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Edis
Ich setzte mein ewiges Leben aufs Spiel

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Edis
Ich setzte mein ewiges Leben aufs Spiel


Ich wurde in Bursa/ Türkei geboren ...

Ich heiße Edis (Name geändert). 1954 wurde ich in Bursa/Türkei geboren. Mit zwei Brüdern und einer Schwester wuchs ich in einer muslimischen Familie auf. Schon als kleiner Junge ging ich mit meinem Vater in die Moschee, um dort die rituellen muslimischen Gebete zu verrichten. So gut ich konnte, hielt ich auch das vorgeschriebene Fasten im Monat Ramadan ein. Meine Mutter schickte mich schon früh zum Koranunterricht.

1966 ging mein Vater als Gastarbeiter in die Schweiz und 1969 zog meine Mutter mit mir und meinen Geschwistern auch dorthin. Mein älterer Bruder fand Arbeit, meine anderen Geschwister gingen zur Schule. Mein Vater wollte nicht, dass ich eine Lehrstelle antrat. Darum fing ich 1970 an, als Hilfsarbeiter zu arbeiten. Wir lebten so wie viele andere muslimische Familien.

Im Juni 1974 lernte ich in dem Dorf, wo wir wohnten, beim Tanzen ein Mädchen kennen (meine jetzige Frau Christine). Vier Monate später musste ich für 20 Monate in die Türkei, um dort meinen Wehrdienst abzuleisten. 1976 konnte ich wieder als Gastarbeiter in die Schweiz zurückkehren.

Christine und ich sprachen über unsere Zukunft. Wir zogen zusammen, nachdem wir uns geeinigt hatten, dass sie Christin und ich Muslim bleiben würde. Meine Frau hatte zu der Zeit aber noch keine persönliche Beziehung zu Jesus.

1977 starb mein kleiner Bruder bei einem Motorradunfall. 1978 hatten Christine und ich eine Auseinandersetzung und lösten unsere Verlobung auf. Aber nach zwei Monaten versöhnten wir uns wieder. Mein Vater war damit ganz und gar nicht einverstanden. Er versuchte sogar, mit Selbstmorddrohungen unsere Beziehung auseinander zu bringen. Trotz all dem heirateten Christine und ich im Dezember 1979.

Selbstmordgedanken

Zwei Jahre später bekamen wir finanzielle Probleme. Um an Geld zu kommen, wandte ich mich dem Glücksspiel zu. 1982 wurde unsere Tochter Ayla geboren. Zu der Zeit standen wir noch am Anfang unserer Schwierigkeiten. Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat versanken wir mehr in den Schulden, die ich durch das Glücksspiel machte.

In dieser schweren Zeit stellte ich merkwürdige Veränderungen in unserem Familienleben fest. Während es mit mir jeden Tag schlimmer wurde und ich immer mehr Schulden machte, merkte ich, dass das Verhalten meiner Frau Christine mir gegenüber besser wurde und sie anfing, mir mehr Verständnis zu zeigen. In der Küche hatte sie einige Bibelverse aufgehängt. Diese Sprüche zogen meine Aufmerksamkeit auf sich.

Morgens ging ich zur Arbeit, von der Arbeit sofort in das Restaurant, wo ich mich mit meinen türkischen Freunden traf und wo um Geld gespielt wurde. Ich kehrte oft erst um Mitternacht zurück. Unser Familienleben war total zerrüttet. Ich kam nur noch zum Essen und Schlafen nach Hause. Ende April 1984 war ich am Ende. Die vielen Probleme, das Glücksspiel, die Schulden und außerdem Vorwürfe, dass ich als Familienoberhaupt und Vater versagt hatte, weckten Selbstmordgedanken in mir. Doch mein Stolz verbat mir, mich umzubringen. Außerdem wollte ich meiner Frau nicht die ganzen Schulden überlassen. Aus diesem Grund beschloss ich, an meinem Arbeitsplatz einen tödlichen Unfall zu inszenieren.

Ein Tag, bevor ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen wollte, war ich alleine zu Hause. Etwas, was ich von meiner islamischen Religion wusste, kam mir ins Gedächtnis: "Ein Mensch darf sich nicht selbst töten. Das ist Sünde."

Ich kniete mich neben mein Bett und betete zu dem Gott, der mir vom Islam her bekannt war: "Ich habe keine andere Lösung als Selbstmord. Das ist der einzige Weg zur Rettung für mich. Ich fühle mich dazu gezwungen. Bitte vergib mir!" Weinend fiel ich an diesem Tag in den Schlaf.

Als ich morgens aufstand, fühlte ich mich verändert. Die Last, die auf mir lag und meine Selbstmordgedanken waren verschwunden. Als mich meine Frau sah, sagte sie zu mir: "Edis, was ist denn mit dir passiert? Sogar dein Blick hat sich verändert!" Ich versicherte ihr, dass nichts geschehen sei. Doch meine Frau sagte: "Edis, Jesus hat dir geholfen!" So wie immer bei unseren Auseinandersetzungen, fuhr ich sie grob an und brachte sie zum Schweigen indem ich sagte: "Bitte, fang nicht wieder mit deinem Jesus an. Wenn du keinen Streit willst, hör auf mit diesem Thema." Obwohl ich mir nicht erklären konnte warum, willigte ich ein, mit ihr zusammen zu beten.

"Ich und der Vater sind eins"

Einige Wochen später - zur Osterzeit - nahmen wir in Ascona an einer Freizeit teil. 67 Personen aus 26 Nationen waren dort zusammen - und ich der einzige Türke. Bis zu diesem Tag hatte ich weder eine christliche Broschüre noch ein Neues Testament gelesen und auch nicht viel über Jesus Christus gehört.

Am dritten Tag der Freizeit machten meine Frau und ich und ein portugiesischer Freund einen Ausflug mit einem Ruderboot. Während wir in einem Café ausruhten, sprachen wir über den Glauben. Unser Freund erwähnte den Vers aus dem Evangelium nach Johannes 10, Vers 30: "Ich und der Vater sind eins." Dieses Wort Jesu drang in mein Herz und ich konnte von da an akzeptieren, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.

Aber ich hatte noch kein neues Leben aus Jesus. Um zurückzukehren, wollten wir wieder die Strecke mit dem Ruderboot fahren. Unser Begleiter war mir eine große Hilfe. Mit tiefem Ernst sagte er, dass er Angst um mich hätte. Er wusste, dass ich Jesus Christus noch nicht als meinen persönlichen Retter angenommen hatte und war überzeugt, wenn das Boot umkippen und ich ertrinken würde, ich für immer verloren sei. Wir waren noch nicht weit gefahren, da stoppten wir das Boot, knieten uns zu dritt nieder und ich betete zum ersten Mal zu Jesus.

Als wir von unserem Ausflug zurückkamen, dauerte es nicht lange, bis diese freudige Nachricht auch einen der Verantwortlichen der Freizeit erreichte. Auch mit ihm zusammen betete ich. Ich nahm Jesus Christus als meinen Retter an und übergab mein Leben in seine Hände.

Später nahmen wir in dem Ort, wo wir wohnten, Kontakt zu einigen christlichen Gemeinden auf und entschieden uns für eine Freie Gemeinde, die uns gefiel. Meine Frau hatte schon während einer Evangelisation aufgrund der vielen Probleme, die ich verursacht hatte, ihr Leben Jesus Christus anvertraut und ihre Sünden vor ihm bereut. Das erzählte sie mir nun, nachdem ich zum Glauben gekommen war.

Die große Veränderung in meinem Leben fiel an meinem Arbeitsplatz auf. Mein Chef fragte mich nach ein paar Wochen: "Edis, in der letzten Zeit bist du verändert. Warum wohl? Was ist mit dir passiert?" Diese Frage zeigte mir, dass mit mir etwas geschehen war. Ich freute mich sehr darüber.

Rückfall: keine Hoffnung mehr

Einige Monate nach meiner Bekehrung warnten mich meine neuen Freunde, nicht wieder in das Restaurant zu gehen, wo ich früher um Geld gespielt hatte. Aber ich hörte nicht auf sie und sagte: "Ich bin stark mit Jesus. Ich werde nicht in das alte Leben zurückfallen." So fing ich wieder an, dorthin zu gehen, wo sich meine alten Freunde aufhielten. Das ging gut, bis ich eines Tages anstelle eines Freundes, der sein Kartenspiel kurz unterbrechen musste, die Karten wieder in die Hand nahm. Das reichte, um wieder ein Sklave des Glücksspiels zu werden. Alles fing von vorne an und wurde noch schlimmer als früher: Noch mehr Glücksspiel, Lügen, Von-zu-Hause-Fernbleiben. Sonntags ging ich zur Gemeinde, mittwochabends zur Bibelstunde, die anderen Abende verbrachte ich mit Glücksspiel. Spielkasino, Tanzen, Freudenhäuser - ich lebte ein wildes Nachtleben. Außerdem rauchte ich am Tag zwei bis drei Päckchen Zigaretten.

Mit wenigen Ausnahmen in der Gemeinde hatten die Geschwister die Hoffnung mir gegenüber aufgegeben. Vier Freunde und meine Frau, die für mich beteten, waren die einzige Hoffnungsquelle. Meine Spielschulden wurden größer. Meine Frau und ich versuchten auf alle mögliche Weise aus unserer Not herauszukommen, aber alle unsere Bemühungen waren umsonst.

Eines Tages war ich wieder allein zu Hause. Meine Frau war zu ihren Freunden gegangen, um mit ihnen zu beten. Wieder überfielen mich Selbstmordgedanken. Ich wollte meinem Leben ein Ende setzen. Aber dem Herrn sei Dank: Er griff ein und bewahrte mich.

Umkehr und neuer Anfang

Im April 1987 nahm ich auf Bitten einer Freundin meiner Frau, an einer Fastenwoche teil. Während dieser Fastenwoche erlebte ich ein Wunder der Hilfe meines Herrn Jesus Christus. Er erinnerte mich in diesen Tagen an meine Kindheit. Als kleiner Junge hatte ich in den Teich im Hof einer Moschee Geld geworfen und mir etwas gewünscht (eine abergläubische Praxis). Jetzt zeigte mir der Herr, dass dieser Aberglaube Sünde ist. Er erinnerte mich auch an andere okkulte Praktiken, die in meiner Kindheit an mir geschehen waren. Ich erkannte diese Sünden und bekannte sie vor Gott. Nach dem Gebet hat Jesus Christus alle Bindungen zerrissen. Er hat mich befreit von den Zigaretten, von der Spielsucht, von meinem Nachtleben, von allem.

Das wirkte sich auch auf meine Familie aus. Meine gläubigen Freunde empfahlen mir, auch meinen Eltern und Geschwistern zu erzählen, dass ich Jesus Christus angenommen hatte und Christ geworden war. Meine Frau und ich beteten ständig um eine Gelegenheit. Immer, wenn ich dachte, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, kam plötzlich ein anderes Thema im Familienkreis auf.

Streit mit der Familie, aber Ruhe im Herzen

An einem Sonntag, im Jahr 1988, waren wir bei meinem älteren Bruder zu Besuch. Während wir uns unterhielten, holte er eine Bibel hervor. Er sagte, dass er sie von den Zeugen Jehovas bekommen hätte und dass sie sich mit ihm weiter unterhalten wollten. Ich versuchte, ihm zu erklären, was das für eine Gruppe ist und dass sie eine Irrlehre vertreten. Meine Schwägerin saß mit meiner Frau auf dem Balkon. Sie trat ins Wohnzimmer, sah die Bibel in meiner Hand und fragte mich: "Edis, bist du kein Muslim?" Ihre Frage verwirrte mich und ich fand zuerst keine Worte.

Diese Augenblicke waren wichtig für mich. Mir kam der Bibelvers "Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen" (Evangelium nach Matthäus Kapitel 10 Vers 32) in den Sinn. So antwortete ich: "Schwägerin, ich bin kein Muslim mehr. Ich kann das Glaubensbekenntnis des Islam nicht mehr aufsagen. Ich glaube an Jesus Christus. Ich bin jetzt Christ!"

Mein Bruder sagte empört: "Edis, das gehört sich nicht! Ist denn so etwas möglich? Nun weiß ich, warum du die Bibel so gut kennst und die Verse erklärt hast!" In dem Moment schellte es an der Tür und es kam Besuch. Mein Bruder nahm sofort die Bibel aus meiner Hand, versteckte sie im Schrank und ging zur Tür, um die Besucher hereinzulassen. Ganz deutlich spürten meine Frau und ich, dass wir von da an als Gäste nicht mehr so herzlich behandelt wurden wie früher. Eine halbe Stunde später mussten wir zum Bahnhof gehen, um unsere Heimreise anzutreten.

Wir waren noch keine fünf Minuten wieder zu Hause, da klingelte das Telefon. Mein Bruder meldete sich und nachdem er mir einige Minuten lang ordinäre schmutzige Worte an den Kopf geworfen hatte, legte er einfach auf. Während ich das Vorgefallene noch meiner Frau erzählte, klingelte wieder das Telefon. Meine Schwester war in der Leitung. Ich hörte mir an, was sie sagte und bevor ich Gelegenheit hatte, zu antworten, legte auch sie den Hörer wieder auf. Nach weiteren zwei bis drei Minuten war meine Mutter am Apparat. Es war so, als ob sie sich abgesprochen hätten. Einer nach dem anderen rief an. Meine Mutter bestand darauf, dass ich sofort alleine zu ihnen käme. Ich hörte, wie mein Vater wütend vor sich hin sprach. Doch ich sagte meiner Mutter, dass ich nicht sofort, aber vielleicht nach einer Woche vorbeikommen würde. Das dritte Mal legte man einfach den Hörer auf.

Meine Frau und ich versuchten, uns gegenseitig zu trösten. Trotz dieser Telefonanrufe hatte ich eine innere Ruhe und kein böser Gedanke kam in mir auf. Wenn ich auch meine Mutter, meinen Vater und meine Geschwister vielleicht verloren hatte, so war doch meine neue Familie unter den Glaubensgeschwistern viel größer. Dieser Gedanke gab mir Halt.

Das war das letzte Mal, dass ich mit meiner Familie telefonierte. Um meinen Bruder zu beruhigen, schrieb ich ihm einen Brief mit zwei Broschüren. In der Woche drauf kamen diese - wütend zerrissen - mit Toilettenpapier, auf dem Mitteilungen standen, an mich zurück.

Nach einer längeren Zeit erfuhr ich von einem Freund, dass mein Vater wegen eines Herzanfalls in Krankenhaus gekommen sei. Da rief ich meinen Vater an und bat ihn um Erlaubnis, ihn zu besuchen. Er sagte: "Warum fragst du? Komm!" Als ich ihn begrüßte, hatte er Tränen in den Augen. Wegen seiner Krankheit durfte er nicht mehr arbeiten. 1991 kehrte er mit meiner Mutter in die Türkei zurück.

Wenn ich jetzt eine Waffe bei mir hätte ...

Dadurch hatte ich Gelegenheit, mich mit meiner Schwester und meinem Bruder zu treffen. Mein Bruder lud mich zu einem Gespräch ein. Weil meine Frau Christin ist, wollte er nicht in unsere Wohnung kommen und sich versündigen. So trafen wir uns in einem Café. Während unserer Unterhaltung versuchte er, mich wieder zum Islam zurück zu gewinnen, aber ich lehnte es ab. Als ich ihm erklärte, dass ich nicht mehr an "Allah", sondern an den Gott der Bibel glaube, war er wie vom Schlag getroffen und sagte: "Wenn ich jetzt eine Waffe bei mir hätte, würde ich dir in den Kopf schießen!" Ich merkte, dass ich zu weit gegangen war, entschuldigte mich und sagte: "Lass uns gehen! Doch du sollst wissen, dass meine Tür immer offen ist für dich, wenn wir nicht mehr streiten und uns wie Brüder verhalten."

Meine Eltern kamen 1992-1994 wegen ärztlichen Untersuchungen und auch um ihren Enkel zu sehen, wieder für einige Monate in die Schweiz. Mein Vater und meine Mutter haben mich inzwischen mit meinem neuen Glauben akzeptiert. Mit meinem Bruder habe ich mich auch wieder versöhnt. Wir trafen uns bei ihm zu Hause, wo wir uns damals getrennt hatten und unterhielten uns in Frieden. Außerdem kam ich wieder in Verbindung mit meiner Schwester. Unsere Beziehung war nicht wie früher, doch wir sprachen friedlich miteinander.

Trotz Schwierigkeiten: Danke, Herr Jesus!

Während ich dieses Zeugnis schreibe, sind die finanziellen Schulden, die durch meine Jahre des Glücksspiels entstanden sind, immer noch nicht beglichen. Einige Jahre haben wir noch die Folgen dieser Sünden zu tragen.

Gott hat uns vier Kinder, zwei Mädchen und zwei Jungen, geschenkt. Unserem Herrn Jesus Christus sei Dank: Trotz unserer Fehler und menschlichen Schwächen leben wir ein glückliches Familienleben.

Wir sind jetzt 26 Jahre verheiratet. Inzwischen sind meine Eltern gestorben. Meine Schwester beging Selbstmord und ließ ihren Mann mit zwei kleinen Kindern allein. Seit einigen Jahren treffen wir uns wieder mit meinem Bruder und seiner Familie und seit zwei Jahren ist unsere Verbindung noch enger geworden. Dem Herrn Jesus Christus sei Lob und Dank dafür!

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