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LEBENSBERICHTE



Kadem
Und wenn ich einmal sterben muss ...?

Filiz
War er ein Engel?

Edis
Ich setzte mein ewiges Leben aufs Spiel

Ayse
Besser als der höchste Lottogewinn

 

Kadem
Und wenn ich einmal sterben muss?


Mein Name ist Kadem ...

Mein Name ist Kadem (Name geändert), und ich bin 43 Jahre alt. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Als Türke bin ich mit dem muslimischen Glauben aufgewachsen mit allem, was dazu gehört. Ich wurde zur Koranschule geschickt, um beten und den Koran lesen zu lernen.

Im Januar 2000 starb mein Vater. Ich war erschüttert. Sofort buchte ich einen Flug nach Istanbul, wo die Beisetzung erfolgen sollte. Etwa 60 Personen meiner großen Familie konnten an dem Tag zur Beerdigung kommen. Alle waren traurig und weinten. Ich auch. Es war ein kalter Tag und es schneite. Als die Zeremonie, die Gebete und so weiter in der Moschee zu Ende waren, wurde der Tote von den Männern (Frauen durften ihn nicht mehr sehen) gewaschen und für die Bestattung vorbereitet. Ich ging noch mal zu ihm an die Bahre. Da lag er wie im Tiefschlaf. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er nun unwiederbringlich tot sein sollte. Mein Schmerz war groß. So unmittelbar war ich noch nie mit dem Tod konfrontiert worden. Welcher gesunde Mensch denkt denn schon viel darüber nach, dass er einmal sterben wird? Ich hatte diesen Gedanken jedenfalls bis dahin nicht gehabt.

Kadem, eines Tages wirst auch du in so einem Grab liegen!

Mein Vater wurde etwa 200 Meter von der Moschee bis zum Friedhof getragen. Er wurde in ein Leinentuch eingewickelt und mit dem Kopf in Richtung Mekka in ein Grab gelegt. Ich bin der einzige Sohn. Als solcher musste ich in das Grab steigen. Dort haben sie mir meinen Vater in die Arme gegeben. Er war schwer. Mein Cousin kam und half mir, ihn in das dunkle, nasse Grab zu legen. Zum ersten Mal wurde mir bewusst: »Kadem, eines Tages wirst auch du in so einem Grab liegen. Du wirst sterben. Vielleicht für immer.« Ich war tief deprimiert. Ich fragte mich, ob Mohammed mir helfen würde, wie es im Koran steht.

Nach einer Woche kehrte ich nach Deutschland zurück. Aber der zweifelnde Gedanke: »Wird Mohammed mir helfen?«, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Ich war zu der Zeit schon 15 Jahre mit einer Spanierin verheiratet. Sie sagte: "Da ist ein Gott, der Mensch geworden ist - Jesus Christus - der kann dir deine Probleme abnehmen. Wenn du ihn annimmst, wird er dir das ewige Leben geben, ohne Leid und ohne Schmerz." Aber ich wollte damals nichts davon hören. Wir sind oft über dieses Thema in Streit geraten. Ich bestand darauf, dass Gott einzigartig ist und keinen Sohn hat. Wie sollte er Fleisch und Blut annehmen? Stattdessen hat er doch Mohammed als letzten Propheten zu uns gesandt. Woche für Woche gerieten wir heftig aneinander. Oft musste ich das Zimmer verlassen, denn die Behauptung "Gott hat einen Sohn", war Gotteslästerung in meinen Ohren.

Doch die Frage beschäftigte mich trotzdem: Gibt es einen Jesus? Gehört hatte ich oft genug von ihm. Konnte er mir helfen? Drei Monate lang nach dem Tod meines Vaters war ich innerlich völlig aufgewühlt. Was wird, wenn ich einmal sterbe? Ich war alleine deshalb so hin- und hergerissen, weil ich doch jahrelang den islamischen Glauben praktiziert hatte. Ich hatte schließlich die Koranschule besucht. Wenn man da nicht richtig zugehört hat, bekam man gleich eins mit dem Stock auf den Kopf gehauen. Oder man wurde mit seinen eigenen nassen Socken "ausgepeitscht". Das hatte ich alles hinter mir. Und als streng ausgebildeter Muslim musste ich doch sicher sein können, dass Mohammed mich retten wird. Er würde doch wohl am jüngsten Tag hinsichtlich aller Muslime sagen: "Diese meine Leute sind frei!" Davon war ich jedenfalls vor jenem einschneidenden Tag der Beerdigung meines Vaters ausgegangen. Aber jetzt war ich auf einmal innerlich in großer Unruhe.

Eine Einladung

Ich habe an meiner Arbeitsstelle einen sehr guten Freund gewonnen: Rainer, einen Deutschen, der gläubig ist. Geredet hat er nie über seinen Glauben. Aber er war mir ein Vorbild. Er ist in jeder Situation ruhig geblieben. Ich selbst bin von Natur aus ein temperamentvoller Mensch. Ich sage, was ich denke. Aber er war zurückhaltend. Es hat mich immer gewundert, warum er so anders ist. In dieser Phase, als ich so durcheinander war, kam er auf mich zu und fragte: "Kadem, willst du mit zu ProChrist kommen?" - "Was ist ProChrist?", wollte ich wissen. "Das ist eine Veranstaltung, bei der es um Glauben und so etwas geht." Ich dachte: Warum nicht? Als ich zugesagt und mich herumgedreht hatte, fragte ich mich allerdings: Was hast du da gemacht? Du willst dir etwas über einen anderen Glauben anhören? Du hast doch deinen Glauben!

Am nächsten Tag, es war Samstag, gingen wir in eine Turnhalle im Nachbarort, wo ProChrist per Satellit übertragen wurde. Ein Frauenchor sang Lieder von Jesus. Eine riesige Leinwand war vorne aufgebaut. Von da sprach der Prediger Ulrich Parzany von Jesus und Erleuchtung und all so etwas. Das hörte ich mir aufmerksam an. Am Ende sagte er: »Wer jetzt Jesus annehmen möchte, stehe auf oder hebe die Hand.« Ich wollte aufstehen, konnte aber nicht. Eine innere Stimme sagte: Kadem, was machst du? Du hast doch Mohammed. Aber eine andere Kraft wollte unbedingt, dass ich nach vorne gehe. Etwas hielt mich dennoch auf meinem Stuhl fest. Mein Freund Rainer lächelte mich an. Ich glaube, er wusste, was los war.

Die Veranstaltung war zu Ende. Ich verabschiedete mich und ging nach Hause. Aber irgendetwas war mit mir passiert. Ich wollte Jesus Christus annehmen, wollte dieses neue Leben, von dem da die Rede war. Ich konnte nachts nicht mehr richtig schlafen. Ich war völlig aufgewühlt. Ich hatte keine Ahnung, wie ich Jesus annehmen sollte. Ich hätte meine Frau fragen oder in der Bibel lesen können. Ich habe beides nicht getan. Am Montag stand wieder ein Arbeitstag an. Ich ging zu meinem Kollegen ins Büro und sagte: "Rainer, ich möchte Jesus annehmen!" Er sagte: "Mach die Tür zu!" Ich setzte mich. Er war sichtlich froh über meine Entscheidung. "Wenn du ihn annehmen willst", meinte er, "dann bete doch zu ihm und sage: 'Komm in mein Leben!'" Als ich am Abend zu Hause war, betete ich: "Herr Jesus, wenn du da bist, gib mir bitte ein Zeichen!" Ich dachte, nun müsse etwas Außergewöhnliches passieren. Aber nichts geschah. Hatte ich etwas falsch gemacht? Am Dienstag sagte ich: "Du bist doch Gottes Sohn! Komm bitte in mein Leben!" Wieder geschah nichts. Am Mittwoch hatte ich's begriffen: Er würde mir kein weiteres Zeichen geben. Erst einmal musste ich ihn von Herzen annehmen. Ich kniete nieder und sagte: "Herr Jesus Christus, du bist wahrhaftig der Sohn Gottes. Ich glaube dir. Bitte tritt in mein Leben ein, mach mich zu einem neuen Menschen und führe mich!" So habe ich Jesus angenommen und es dann auch später meinem Freund Rainer erzählt. Voll Freude beteten wir noch einmal miteinander.

Befreit von Schuld und Unsicherheit

Es folgte dann eine wundervolle Zeit. Ich erlebte das, was man als "die erste Liebe" bezeichnen kann. Es waren die schönsten Monate meines Lebens. Auf den Boden der Tatsachen kam ich zurück, als ich merkte, dass der Glaube an Jesus mehr ist als ein Gefühl. Mehr und mehr lernte ich in den folgenden Jahren, wie man den Glauben an Jesus lebt - so wie Rainer - damit wiederum andere auf Jesus aufmerksam werden.

Viel zu lange hatte ich diese schwere Last von Unsicherheit und Schuld mit mir herumgetragen. Als ich Jesus, meinen Herrn, angenommen hatte, war ich befreit. Ich wünsche mir, dass das jeder Mensch so erfährt und die Wahrheit, den Herrn Jesus Christus, von Herzen annimmt. Im Evangelium nach Johannes, Kapitel 20, Vers 29 heißt es: "Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben."

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